HörBesuch #20 - Chronische Nierenerkrankung in der Praxis
Shownotes
Neues Podcast-Format: Kardio-Wissen in 5 Minuten Der ESC 2026 kommt als Podcast in Ihre Praxis – hausärztlich aufbereitet, kurz und kompakt. Das Besondere: Der Podcast „HörBesuch meets CardioFlash Extra“ wird KI-gestützt generiert und durch Hausarzt Dr. Dierk Heimann validiert. Wie gefällt Ihnen das neue Format für Ihren Praxisalltag? Was können wir bei Länge, Aufbereitung oder Themenauswahl noch besser machen? Wir freuen uns über Ihr Feedback: info@medizinundmedien.eu
Die neue ESC-Leitlinie zum Download: https://www.escardio.org/guidelines/clinical-practice-guidelines/all-esc-practice-guidelines/cvd-chronic-kidney-disease/
Transkript anzeigen
00:00:05:
00:00:07: Vor wenigen Minuten erst wurde hier in München die neue Guideline on the management of cardiovascular disease and chronic kidney disease, der europäischen Gesellschaft für Kardiologie vorgestellt.
00:00:19: Sie kann den hausärztlichen Blick auf kardiovaskuläre Erkrankungen verändern – so mein erster Eindruck!
00:00:26: Im Mittelpunkt steht dabei die Interaktion von Herz, Nieren und Metabolismus.
00:00:32: Es ist die erste gemeinsam mit der European Renal Association entwickelte Leitlinie, der europäischen Gesellschaft für Kardiologie zum simultanen Management von Herzkreislauf- und chronischer Nierenkrankheit.
00:00:46: Ihr Ziel ist es eine bislang unerkannte Risikoerhöhung früher sichtbar zu machen – und sie damit auch schneller therapieren zu können!
00:00:59: Ein erstes Fazit für unsere Hausarztpraxen vorweg.
00:01:03: Der Zeitpunkt der Nierendiagnostik rückt in der Krankheitsgenese nach vorne.
00:01:08: Bei allen Patientinnen und Patienten mit einer frühen kardiobaskulären Erkrankung sollen demnach bereits bei der Erstdiagnose möglichst zwei Nierenmarker bestimmt werden, zum einen der bisherige Standard also die geschätzte glomeroläre Filtrationsrate aus dem Serumkreatinin auch weiß einer Funktionseinschränkung zum anderen der Quotient aus Albumin und Kreatinien im Urin als Marker für einen strukturellen Schaden.
00:01:39: Erstatten, wie so oft wird uns dies jedoch leider
00:01:42: niemand.".
00:01:44: Der Blick über den Tellerrand.
00:01:48: Versuchen wir einen Abgleich mit der deutschen Leitlinienlandschaft zunächst anhand der Degam-Handreichung, Versorgung von Patientinnen und Patienten mit chronischer nicht-Nierenersatztherapie pflichtiger Nierenkrankheit in der Haushaltspraxis.
00:02:04: Sie empfiehlt, bei neu diagnostizierter Hypertoni zunächst das Serum Kreatinin und daraus die Filtrationsrate zu bestimmen.
00:02:14: Der Quotient aus Albumin und Kreatinin soll regelhaft folgen wenn die Filtrationsrate unter sechzig liegt.
00:02:22: hier zeigt sich also ein erstes Delta zur neuen europäischen Empfehlung.
00:02:27: Bei Diabetes besteht innerhalb der nationalen Versorgungsleitlinie Typ II Diabetes ebenfalls ein Desens.
00:02:35: Die internistischen Fachgesellschaften empfehlen Filtrationsrate, Urinstatus und eine UACR bei der Eingangsuntersuchung und regelmäßig im Verlauf.
00:02:46: Auch die nationale Versorgungsleitlinie Hypertonie beschreitet bei bestätigten Bluthochdruck einen anderen Weg und fokussiert zunächst ebenfalls auf die Filtrationsrate.
00:02:58: Die Nationale Versorgungsleitline chronische Herzinsuffizienz stellt die Kontrolle von Nierenfunktionen und Elektrolyten vor- und während der Medikamentösentherapie ebenfalls in den Vordergrund, eine allgemeingültige Regel zur Durchführung einer U-Arzt.
00:03:16: enthält sie nicht.
00:03:22: Legt man die DGAM CKD Leitlinie und neue Herz-Nierenleitlinien, der europäischen Gesellschaft für Kardiologie synoptisch nebeneinander?
00:03:32: Zeigt sich der zentrale Unterschied – der kardiologisch präventive Blick fordert einen deutlich früheren Einsatz der UACR!
00:03:41: Es geht damit vor allem um den richtigen Zeitpunkt der Untersuchung, nicht aber um ihren grundsätzlichen Stellenwert.
00:03:48: Vielleicht lässt sich daraus eine im Alltag belastbare Brücke zwischen allgemein Medizin, Kardiologie und Nephrologie bauen!
00:03:57: Der renommierte kardiologische Kollege Prof.
00:03:59: Ulf Landmesser aus Berlin, der bei der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie in der Leitlinienkommission sitzt, sieht uns Hausärztinnen- und Hausärzte in einer Schlüsselrolle.
00:04:10: Ich glaube,
00:04:11: es ist von enormer Bedeutung.
00:04:13: Und die Hausärzte sind natürlich hervorragend geeignet genau diese Verbindung auch zu sehen, weil sie einen gesamthaften Blick auf die Patienten haben und was wir festgestellt haben ... Was auch ein Hintergrund dieser neuen Lachine ist, dass eben näheren Erkrankungen sehr relevant sind für die Entstehungen und Progression von Herzerkrankungen und umgekehrt sehr
00:04:35: wahrscheinlich.".
00:04:36: Was heißt das im Alltag?
00:04:40: Ich nehme aus München mit, liebe Kolleginnen und Kollegen.
00:04:43: Es gibt durchaus überzeugende Argumente für einen früheren Einsatz einer UACR – es gibt aber ebenfalls gut unterfütterte Überlegungen für ein abwartendes und eher selektives Vorgehen!
00:04:57: Ich kann beide Sichtweisen nachvollziehen.
00:04:59: Hinzu kommt die offene Frage wie eine breitere Testung in unser aller Labor-Budget abgebildet werden kann?
00:05:07: Als Inspiration für den Alltag bleibt für mich deshalb eine ganz praktische Konsequenz.
00:05:13: Im Einzelfall genauer hinsehen und früher testen, wenn das Ergebnis die Behandlung tatsächlich verändern kann.
00:05:21: Ob das dann zukünftig vielleicht im Rahmen einer privat zu bezahlenden Präventionssprechstunde abgebildet werden sollte steht jedoch auf einem ganz anderen Blatt.
00:05:31: Darüber nachdenken werde ich in meiner Praxis in jedem Fall!
00:05:35: Danke dass Sie zugehört haben.
00:05:38: Hör Besuch mit Cardio Flash Extra.
Neuer Kommentar