HörBesuch #21 - Bei Vorhofflimmern früher antikoagulieren?
Shownotes
Neues Podcast-Format: Kardio-Wissen in 5 Minuten Der ESC 2026 kommt als Podcast in Ihre Praxis – hausärztlich aufbereitet, kurz und kompakt. Das Besondere: Der Podcast „HörBesuch meets CardioFlash Extra“ wird KI-gestützt generiert und durch Hausarzt Dr. Dierk Heimann validiert. Wie gefällt Ihnen das neue Format für Ihren Praxisalltag? Was können wir bei Länge, Aufbereitung oder Themenauswahl noch besser machen? Wir freuen uns über Ihr Feedback: info@medizinundmedien.eu
Publikation im NEJM: https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa2607978?query=featured_home
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00:00:00: Hörbesuch mit Skardio Flash Extra.
00:00:02: Wissen.
00:00:03: im Podcast-Format
00:00:09: wurde eben in der ersten Hotline-Session des Kongresses, der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie die Single AF Studie vorgestellt.
00:00:18: Die für uns Hausärztinnen und Hausärzte durchaus relevant ist.
00:00:23: Zeitgleich wurden ihre Ergebnisse im New England Journal of Medicine veröffentlicht.
00:00:28: Den Link finden Sie im Begleittext.
00:00:30: liebe Kolleginnen und Kollegen.
00:00:32: Der Grund?
00:00:33: Die Studie liefert erstmals randomisierte Daten zu einer Frage, Profitieren Menschen mit Vorhof-Flimmern bereits bei einem intermediären Schlaganfallrisiko von einer direkten oralen Anticoagulation?
00:00:55: Mein Fazit vorweg, die Studie spricht für einen früheren Einsatz direkter oraler Anticoagulanzien.
00:01:03: Der Relative-Effekt ist deutlich.
00:01:05: absolut betrachtet bleibt der Nutzen innerhalb von zwei Jahren allerdings überschaubar.
00:01:11: Die Entscheidung muss deshalb weiterhin individuell getroffen werden.
00:01:16: Das Studiendesign
00:01:21: Eingeschlossen wurden über ein- tausend achthundert Patientinnen und Patienten mit Vorhofflimmern und einem intermediären Schlaganfallrisiko.
00:01:31: Gemeint waren Männer mit einem Chatwaskscore von eins, Frauen mit einem Score von zwei – zumindest nach der älteren Lesart.
00:01:41: Vereinfacht gesagt ging es damit um Menschen mit nur einem zusätzlichen nicht geschlechtsbezogenen Risikofaktor!
00:01:49: Die offene, randomisierte Studie wurde an achtzehn Zentren in Südkorea durchgeführt.
00:01:56: Die Hälfte der Teilnehmenden erhielt – in Standarddosierung entweder ab Pixar-Bahn oder RivaRoxer-Bahnen.
00:02:04: Die Vergleichsgruppe blieb ohne Anticoagulation.
00:02:08: Beobachtet wurde über vierundzwanzig Monate hinweg.
00:02:18: Der primäre Endpunkt setzte sich aus Schlaganfall systemischer Embolie, schwerer Blutung und kardivaskulären Tod zusammen.
00:02:27: Unter direkter orale Anticoagulation trat dieser Endpunkt bei Null Komma fünf Prozent der Teilnehmenden auf.
00:02:36: Ohne Anticoagulation waren es eins, fünf Prozent.
00:02:41: Das entspricht einer relativen Risikoreduktion um neun und sechzig Prozent – absolut aber eine Differenz von lediglich einem Prozentpunkt!
00:02:51: Getrieben wurde das Ergebnis vor allem durch weniger ISS-chämische Schlaganfälle.
00:02:56: Ihre Häufigkeit lag unter Anticoagulation bei null Komma eins Prozent und ohne Antico-Augulation bei Eins Komma einem Prozent.
00:03:06: Gleichzeitig fand sich kein Hinweis auf eine Zunahme schwerer Blutungen!
00:03:18: Nachteilig für die Auswertung?
00:03:20: Insgesamt kam es nur zu wenigen Ereignissen.
00:03:23: Hinzu kommen das offene Studiendesign, die Beschränkung auf südkoreanische Zentren und eine Beobachtungszeit von lediglich zwei Jahren.
00:03:33: Für eine belastbare Beurteilung seltener Blutungskomplikationen bleibt die Aussage Fähigkeit damit begrenzt!
00:03:41: Der Blick über den Tellerrand.
00:03:46: Schauen wir in die deutschen Leitlinien.
00:03:48: Die aktuelle Unterbeteiligung der D-Garm entwickelte S-III-Leitlinie Vorhof-Flimmern verwendet bereits den geschlechtsneutralen Chatwaskscore, bei einem Wert von eins soll die Indikation zur Anticoagulation individuell geprüft werden.
00:04:06: Ab zwei Punkten wird eine orale Anticoagulation empfohlen, Schlaganfallrisiko Blutungsrisiko und der zu erwartende Nutzen gilt es dabei partizipativ abzuwägen.
00:04:20: Die ältere hausärztliche D-Garmleitlinie Schlaganfall Teil II arbeitet noch mit dem früheren Chatwaskscore.
00:04:29: Auch sie stellt jedoch nicht allein einen Schwellenwert in den Vordergrund, Schlaganfalrisiko und Nebenwirkungspotenzial sollen besprochen – die Entscheidung wiederum gemeinsam getroffen und gegebenenfalls eine dauerhafte Anticoagulation angeboten werden.
00:04:47: Agenzend empfehlen die Guidelines for the management of atrial fibrillation aus dem Jahr.
00:04:55: Der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie bei hohem Schlaganfallrisiko, klar eine orale Anticoagulation.
00:05:04: Bei intermediären Risiko wird jedoch auch darin eine kritische Abwägung vorgeschlagen.
00:05:10: Genau für diesen Grenzbereich liefert Single AF nun das erste randomisierte Argument zu Gunsten einer Behandlung.
00:05:20: Was heißt es im Alltag?
00:05:26: Ich nehme mit, liebe Kolleginnen und Kollegen.
00:05:28: Ein einzelner zusätzlicher Schlaganfallrisikofaktor ist bei Vorhof-Flimmern möglicherweise relevanter als wir bisher angenommen haben!
00:05:38: Das ist die eine Seite.
00:05:39: Die andere, die neuen Daten stärken die Argumente für eine direkte orale Anticoagulation jedoch nur im Einzelfall.
00:05:49: Der geringe absolute Unterschied macht aus diesen Resultaten aber längst noch keinen Automatismus.
00:05:56: Für unsere Hausarztpraxen scheint die Konsequenz klar, dass individuelle Schlaganfallrisiko konsequent erfassen, das Blutungsrisiko mitdenken und eine partizipative Entscheidung treffen.
00:06:10: Und wer könnte das vor dem Hintergrund der täglich gelebten und erlebten Anamnese besser als wir?
00:06:18: Die Single-AF-Studie verschiebt diese Abwägung ein Stück in Richtung Anticoagulation!
00:06:25: Ob daraus jedoch eine neue Leitlinienempfehlung wird, werden die kommenden Monate
00:06:35: zeigen.
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