HörBesuch #24 - Per E-Mail zur besseren Therapie?
Shownotes
Neues Podcast-Format: Kardio-Wissen in 5 Minuten Der ESC 2026 kommt als Podcast in Ihre Praxis – hausärztlich aufbereitet, kurz und kompakt. Das Besondere: Der Podcast „HörBesuch meets CardioFlash Extra“ wird KI-gestützt generiert und durch Hausarzt Dr. Dierk Heimann validiert. Wie gefällt Ihnen das neue Format für Ihren Praxisalltag? Was können wir bei Länge, Aufbereitung oder Themenauswahl noch besser machen? Wir freuen uns über Ihr Feedback: info@medizinundmedien.eu
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00:00:00: Am späten Samstag Nachmittag sorgten in der fünften Hotline-Sitzung der Jahrestagung, der europäischen Gesellschaft für Kardiologie die Ergebnisse der E-Mail-HF-Studie für Aufsehen.
00:00:17: Die Indikation war Herzinsuffizienz!
00:00:20: Doch es ging nicht etwa um einen neuen Wirkstoff, sondern viel mehr um die Frage ob digitale Einladungen dabei helfen können eine medikamentöse Unterversorgung zu vermeiden.
00:00:32: Denn gerade Gliflozine werden nach wie vor zuselten und zu spät eingesetzt.
00:00:39: Die Einordnung
00:00:43: Mittlerweile ist es interdisziplinär weitgehend konsensfähig, dass SGLT-II Hammer bei symptomatischer Herzinsuffizienz einen festen Stellenwert haben.
00:00:55: Doch die Versorgungslücke bleibt relevant.
00:00:58: Ein digitales Anschreiben mit dem Angebot einer ärztlichen Telefonberatung hat den Beginn eine SGLT-Zweiterapie in Dänemark mehr als verdoppelt, könnte das auch in der hausärztlichen Medizin als Blaupause für andere Indikationen dienen ohne Bevormunden zu wirken?
00:01:22: In der registerbasierten und randomisierten Studie wurden fast sechstausend Menschen in Dänemark mit Herzinsuffizienz identifiziert, die noch nicht mit einem SGLT-Zweihemmer behandelt wurden.
00:01:35: Das mittlere Alter lag bei einundsebzig Jahren.
00:01:39: ein Drittel waren Frauen.
00:01:41: Vier von zehn Personen waren wegen ihrer Herzinsufficient bereits stationär behandelt worden.
00:01:47: Die eine Hälfte erhielt über das staatliche digitale Postsystem Anschreiben und das Angebot einer telefonischen Beratung.
00:01:55: anhand der elektronischen Patientenakte wurde ärztlich geprüft, ob ein Glyphlozin eine Option sein könnte.
00:02:03: Die Kontrollgruppe wurde regulär weiter betreut.
00:02:07: nach sechs Monaten hatten achtzehn Komma sechs Prozent in der digitalen Gruppe eine Behandlung begonnen.
00:02:15: die Ergebnisse
00:02:18: Unter der üblichen Versorgung waren es lediglich acht Komma zwei Prozent.
00:02:23: Das entspricht mehr als eine Verdopplung, dieser Abstand blieb über vierundzwanzig Monate bestehen.
00:02:30: allerdings reagierten nur etwa sechzig Prozent der angeschriebenen Menschen überhaupt auf die Einladung.
00:02:37: Beim kombinierten klinischen Endpunkt aus einer Krankenhauseinweisung wegen Herzinsuffizienz oder Tod jeglicher Ursache zeigte sich hingegen kein signifikanter Unterschied.
00:02:48: Dreizehn Prozent gegenüber vierzehn Prozent.
00:02:52: Die Studie war für diese Frage jedoch statistisch nicht ausreichend gepowert.
00:03:02: Schauen wir auf die wichtigsten Limitationen Nicht alle Menschen ohne Glyphlozin waren automatisch für die Therapie geeignet.
00:03:11: Genau das wurde erst durch die ärztliche Aktenprüfung geklärt.
00:03:16: Offen bleibt außerdem was genau motiviert hat, dass Anschreiben der einfache Zugang zur Beratung oder die strukturierte Medikationsprüfungen – das dänische Register- und Postsystem lässt sich nicht eins zu eins auf Deutschland übertragen!
00:03:32: Ein vergleichbares flächendeckend verknüpftes System steht uns nicht zur Verfügung, hier kämmen allenfalls Krankenkassendaten in Frage.
00:03:45: Zum Leitlinienabgleich die erst am Freitag vorgestellte neue Leitline zu Behandlung der Herzinsuffizienz der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie stärkt den Stellenwert der Glyphloziene.
00:03:58: Bei symptomatischer Herzinsuffizienz gilt unabhängig von der Ehektionsfraktion eine Klasse A-Empfehlung für ihren Einsatz, um Klinikeinweisungen wegen Herzinsufficient oder kardiovaskuläre Todesfälle zu vermindern.
00:04:14: Betont wird eine frühe und konsequente Umsetzung dieser medikamentösen Basistherapie – auch das weiterhin gültige Kapitel zur Medikamentösentherapie.
00:04:46: Die D-Garm war an dieser Version der NVL beteiligt.
00:04:50: Ihre hausärztliche Perspektive passt zum Signal der
00:04:54: Studie.".
00:04:55: Was heißt das im Alltag?
00:04:59: Unterversorgung erkennen wir nicht allein am fehlenden Arzneimittel, sondern durch die regelmäßige Prüfung von Indikationen, Medikation und Therapiezielen.
00:05:11: Ich nehme für meine hausärztliche Praxis mit, wir sollten Menschen mit symptomatischer Herzinsuffizienz ohne SGLT-Zwei-Hämmer aktiv identifizieren und diesen eventuell fehlenden Therapiebaustein strukturiert prüfen.
00:05:26: Begreift man die E-Mail-HF-Studie als Inspiration im weitesten Sinne?
00:05:31: Dann kann sie uns motivieren zukünftig verstärkt über digitale Unterstützungssysteme nachzudenken oder Erinnerungssysteme im Praxisalltag zurechtzulegen.
00:05:44: Zum Beispiel über eine Hinweisfunktion im Praxisverwaltungssystem, sobald ein Herzinsuffizienz in den Akten dokumentiert
00:05:55: ist.
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