HörBesuch #25 - Mehr Bewegung halbiert Vorhofflimmern

Shownotes

Neues Podcast-Format: Kardio-Wissen in 5 Minuten Der ESC 2026 kommt als Podcast in Ihre Praxis – hausärztlich aufbereitet, kurz und kompakt. Das Besondere: Der Podcast „HörBesuch meets CardioFlash Extra“ wird KI-gestützt generiert und durch Hausarzt Dr. Dierk Heimann validiert. Wie gefällt Ihnen das neue Format für Ihren Praxisalltag? Was können wir bei Länge, Aufbereitung oder Themenauswahl noch besser machen? Wir freuen uns über Ihr Feedback: info@medizinundmedien.eu


Die NEXAF-Studie ist veröffentlicht unter https://openheart.bmj.com/content/12/1/e003077

Transkript anzeigen

00:00:00: Hörbesuch meets Cardio Flash Extra.

00:00:02: Wissen

00:00:03: im Podcast-Format

00:00:06: Bei nicht permanent auftretenem Vorhofflimmern ist der Satz, bewegen Sie sich einfach mehr schnell gesagt!

00:00:13: Doch in meiner Sprechstunde beginnt die eigentliche Aufgabe oft erst danach – welche Belastung ist sinnvoll und wie viel davon?

00:00:23: Kann Training die Rhythmusstörung selbst beeinflussen?

00:00:26: Vor wenigen Minuten wurde auf der Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie die NEXAF-Studie vorgestellt.

00:00:34: Sie gibt mir eine neue Orientierung, NEXAF versteht Bewegungen nicht nur als Lebensstilrat.

00:00:40: Untersucht wird ein strukturiertes Training es beginnt unter persönlicher Begleitung und wird daheim digital fortgeführt.

00:00:49: Das Fazit Bei körperlich wenig aktiven Menschen mit symptomatischem, nicht permanentem Vorhoflimmern konnte ein solches Jahresprogramm die kontinuierlich gemessene Vorhofflimmerlast senken.

00:01:05: Mir helfen diese Ergebnisse Hinweise zu körperlichen Training in der Beratung konkreter zu formulieren.

00:01:12: Selbstredend mehr Bewegungen ersetzt weder eine konsequente Anticoagulation noch die Frequenz oder Rhythmuskontrolle

00:01:21: Das Studiendesign.

00:01:25: An der randomisierten Untersuchung nahmen zweihundert fünfundneunzig Menschen an drei norwegischen Zentren teil.

00:01:33: Nexav ist damit die bislang größte Untersuchungen dieser Art.

00:01:37: Alle Teilnehmenden bewegten sich weniger als allgemein empfohlen.

00:01:42: In den ersten vier bis sechs Wochen absolvierte die Trainingsgruppe acht betreute Einheiten mit hoher Intensität, danach folgte ein überwiegend häusliches Programm mit Smartwatch und digitaler Begleitung.

00:01:55: Die Vergleichsgruppe erhielt die übliche Versorgung ohne strukturiertes Training.

00:02:00: Ein implantierter Herzmonitor erfasste bei allen Teilnehrenden den Rhythmus über einen Jahr!

00:02:06: Die beiden gleichrangigen Hauptfragen waren klar, wie viel Zeit verbringen die Betroffenen im Vorhofflimmern und verändert sich ihre krankheitsspezifische Lebensqualität?

00:02:22: Unter dem Trainingsprogramm lag die Rhythmuslast bei drei Komma neun Prozent der überwachten Zeit.

00:02:29: In der Kontrollgruppe waren es sieben Komma eins Prozent, die absolute Differenz betrug drei Kommas zwei Prozentpunkte – relativ waren das fünf und vierzig Prozent weniger also nahezu halb so viele Vorhofflimmerphasen.

00:02:46: Bei der krankheitsspezifischen Lebensqualität war der positive Trend zugunsten der Bewegungsgruppe nicht signifikant.

00:02:54: Die Einordnung.

00:03:15: Für die Einordnung ist wichtig, NEXAF erfindet die Rolle von Bewegung natürlich nicht gänzlich neu.

00:03:21: Die Europäische Gesellschaft für Kardiologie veröffentlichte im Jahr- und Jahrzehnt ihre Leitlinie zum Management von Vorhofflimmern.

00:03:30: Darin stehen Begleiterkrankungen und veränderbare Risikofaktoren sogar am Anfang des Behandlungspfads.

00:03:37: Die deutsche S-III-Leitlinien VorhofFlimmern, Version eins von zwei Tausend Fünfundzwanzig wurde lederführend von der deutschen Gesellschaft für Kardiologie erstellt.

00:03:48: Beim Training wird diese deutsche Leitlinie noch konkreter, besonders Menschen mit paroxysmalem Vorhof flimmern und Angst vor körperlicher Aktivität soll ein strukturiertes Training empfohlen werden.

00:04:01: Wer aktiv ist oder es werden möchte sollte davor eine Belastungsuntersuchung erhalten – so lassen sich Art Dauer und Intensität der Bewegung individuell festlegen.

00:04:13: NexAV ergänzt diesen Rahmen um ein alltagstaugliches Hybridmodell mit kontinuierlicher Rhythmusmessung über einen Jahr!

00:04:22: Damit schließt die Studie für mich eine echte Evidenzlücke.

00:04:26: Frühere Untersuchungen waren meist kleiner und kürzer, zudem erfassten sie die Vorhofflimmerlast nicht kontinuierlich – das nicht signifikante Signal bei der Lebensqualität hat mich jedoch enttäuscht.

00:04:38: Auch die Übertragbarkeit bleibt begrenzt!

00:04:42: Untersucht wurden nur an drei Zentren in Norwegen und eine ausgewählte, körperlich wenig aktive Population.

00:04:50: Für permanentes Vorhof-Flimmern gilt der Befund ebenfalls nicht.

00:04:55: Was heißt das im Alltag?

00:05:00: Frage ich nicht nur, ob sich eine Patientin oder ein Patient mit Vorhofflimmern ausreichend bewegt.

00:05:07: Ich kläre auch welche Belastung zu den Beschwerden, den Begleiterkrankungen und zum individuellen Trainingszustand passt!

00:05:15: Bei geeigneten Betroffenen folgen eine Belastungsuntersuchung ein konkreter Trainingsplan – und gegebenenfalls die Vermittlung in einer Herzsportgruppe.

00:05:25: Bei der nächsten Konsultation prüfe ich dann gezielt die Umsetzbarkeit meiner Tipps im Alltag.

00:05:31: Der Rad mehr Bewegung bleibt bei Vorhofflimmern oft zu ungenau und abstrakt, für ausgewählte bisher wenig aktive Menschen kann ein strukturiertes und länger begleitetes Training zu einer zusätzlichen Behandlungsoption werden.

00:05:47: NEXAF übersetzt diesen Rat in eine konkrete Aufgabe für meinen Praxisalltag!

00:05:53: Ich freue mich auf die Umsetzung – danke dass Sie zugehört haben!

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