#HörBesuch 26 - Hypertonie zukünftig mal ganz anders behandeln?
Shownotes
Neues Podcast-Format: Kardio-Wissen in 5 Minuten Der ESC 2026 kommt als Podcast in Ihre Praxis – hausärztlich aufbereitet, kurz und kompakt. Das Besondere: Der Podcast „HörBesuch meets CardioFlash Extra“ wird KI-gestützt generiert und durch Hausarzt Dr. Dierk Heimann validiert. Wie gefällt Ihnen das neue Format für Ihren Praxisalltag? Was können wir bei Länge, Aufbereitung oder Themenauswahl noch besser machen? Wir freuen uns über Ihr Feedback: info@medizinundmedien.eu
Zur entsprechenden Veröffentlichung der ESC: https://www.escardio.org/news/press/press-releases/long-term-intensive-blood-pressure-control-reduces-dementia-risk/
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00:00:06: Wenn ich mit meinen Patientinnen und Patienten über Hypertone Werte spreche, dann geht es meist um Herzinfarkt, Schlaganfall oder Nierenschäden.
00:00:15: Die mögliche Verminderung des Demenzrisikos bleibt häufig außen vor – genauso die Frage ob meine MitarbeiterInnen eine gute Blutdruck-Einstellung vielleicht sogar individueller begleiten können als ich!
00:00:28: Eine, eben beim Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie in München.
00:00:33: Vorgestellte Studie aus China hat mir dazu einige interessante Inspirationsmomente beschert die ich gerne mit ihnen teilen möchte.
00:00:43: Das Fazit
00:00:47: In der chinesischen Untersuchung ging eine intensive und langfristig organisierte Blutdruckbehandlung mit einem niedrigeren Demenzrisiko einher.
00:00:57: Nach sieben Jahren lag das relative Risiko um fünfzehn Prozent niedriger als unter der üblichen Versorgung.
00:01:04: Das ist klinisch relevant, gerade auch weil wir vor einem regelrechten Demenz-Zunami stehen!
00:01:11: Mindestens ebenso interessant ist die zweite Beobachtung.
00:01:15: Die verordnete Medikation wurde erfolgreich von geschultem, nicht ärztlichen Personal titriert.
00:01:22: Primaerzliche Teams supervidierten jedoch Einstellungen und Verlauf!
00:01:32: Die Daten stammen aus dem China Rural Hypertension Control Program.
00:01:36: Für diese clusterrandomisierte Studie wurden dreihundert sechsundzwanzig ländliche Gemeinden einer strukturierten Intervention oder der üblichen Versorgung zugeteilt.
00:01:48: Insgesamt nahmen knapp vierunddreißig tausend Menschen teil, im Mittel waren sie dreihundsechzig Jahre alt.
00:01:55: Einenundsechszig Prozent waren Frauen.
00:01:58: Geschulte nichtärztliche Gesundheitskräfte begannen und steigerten die antihypertensive Behandlung nach einem pragmatischen Stufenplan.
00:02:07: Angestrebt wurden Werte unter einhundertdreißig zu achtzig, vier Jahre wurde aktiv interveniert.
00:02:15: danach folgten drei weitere Beobachtungsjahre.
00:02:19: Die Ergebnisse
00:02:23: Nach sieben Jahren war der systolische Blutdruck in der Interventionsgruppe um durchschnittlich siebzehn Komma sechs Millimeter Quecksilber Säule gesunken.
00:02:33: Unter der üblichen Versorgung waren es gerade einmal zwei Komma.
00:02:37: vier Demenzen traten bei acht Komma acht fünf Prozent gegenüber zehn Komma fünf fünf Prozent auf.
00:02:45: das entspricht einer absoluten Differenz von eins Komma sieben Prozentpunkten.
00:02:50: auch kognitive Einschränkungen Ohne Demenz wurden seltener berichtet.
00:02:55: Schwere unerwünschte Ereignisse waren nicht häufiger!
00:03:04: Der deutsche Leitlinienrahmen passt interessanterweise grundsätzlich gut zur Idee des chinesischen Studienteams.
00:03:12: So empfiehlt beispielsweise die nationale Versorgungsleitlinie Hypertonie, Version eins aus dem Jahr im Jahr und Pflegekräfte und medizinische Fachangestellte aktiv in die Versorgung einzubeziehen.
00:03:27: Eine pauschale Delegation ärztlicher Leistungen empfielt sie aber nicht!
00:03:33: Die Limitationen
00:03:37: Untersucht wurde ein multimodales Versorgungspaket.
00:03:41: Zielwert, regelmäßige Betreuung, Therapieanpassungen und Delegationsmodell lassen sich daher nicht sauber voneinander trennen.
00:03:50: Zudem stammt die Studie aus ländlichen Regionen Chinas.
00:03:59: Auf Deutschland lässt sich der Ansatz deshalb nicht einfach so übertragen.
00:04:05: Dennoch haben mich zwei Dinge wirklich inspiriert.
00:04:09: Erstens hat mich die Studie wieder daran erinnert, dass eine gute Blutdrucksenkung viel mehr kann als vor Herzinfarkt und Schlaganfall zu schützen.
00:04:18: Um ehrlich zu sein bin ich eben sogar ein wenig aus meiner Routine aufgewacht?
00:04:23: Natürlich gehören auch zerebrale mikrovaskuläre Schäden in diesen Zusammenhang!
00:04:28: Doch in meiner täglichen Beratung war mir das Demenzrisiko dennoch nicht präsent genug... Zweitens möchte ich stärker auf Delegation bei der Blutdruck-Einstellung setzen.
00:04:40: Vielleicht können meine Mitarbeiterinnen manche standardisierten Schritte sogar besser und individueller begleiten, als ich?
00:04:47: Der intensivere Kontakt kann ihre Arbeit zudem fachlich aufwerten und einfach mehr Freude am Tun freisetzen!
00:05:01: Meine ärztliche Verantwortung, Zielwertentscheidung und Eskalation bleiben davon unberührt.
00:05:07: Mein Besuch in München hat mir wieder ins Gedächtnis gerufen eine gute Blutdruckkontrolle schützt nicht nur Herz, Gefässe und Nieren Sie kann auch einen messbaren Beitrag zur Demenzprävention leisten Und eine intensivere Betreuung im qualifizierten Team macht dabei möglicherweise den entscheidenden Unterschied.
00:05:29: Hör Besuch mit CardioFlash Extra.
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