HörBesuch #27 - 14-Tage-EKG nach Synkope zeigt Vorteile

Shownotes

Link zur NEJM-Publikation: https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa2605812?query=featured_home


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00:00:00:

00:00:06: Die Suche nach der Ursache einer ungeklärten Synkope ist nach der Entlassung aus der Notaufnahme leider kein abgeschlossener Fall.

00:00:15: Oft wird es jetzt erst richtig kompliziert.

00:00:18: Eine Überweisung reiht sich an die nächste, wie könnte dieser Weg abgekürzt werden?

00:00:23: Auf der Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie ist dazu heute eine interessante Studie veröffentlicht worden.

00:00:30: Ihr klangvoller Name lautet Aspired!

00:00:38: Ein drahtloses, vierzehntage EKG noch in der Notaufnahme angelegt fand deutlich häufiger klinisch relevante Arrythmin.

00:00:47: Es verkürzte die Zeit bis zur Diagnose und führte vermehrt zu einer gezielten Behandlung – das spricht für eine frühbeginnende bessere Rhythmusdiagnostik!

00:00:58: In Zeiten alltäglicher Wearables vielleicht eine perspektivreiche neue diagnostische Chance?

00:01:09: Aspired wurde heute als Hotline-Studie in München vorgestellt und zeitgleich im New England Journal of Medicine veröffentlicht.

00:01:17: Den Link finden Sie im Begleittext.

00:01:20: An fünfundvierzig britischen Kliniken nahmen über zwei tausend, zweihundert Erwachsene nach ungeklärter Synkope teil.

00:01:27: Nach dem Zufallsprinzip erhielten sie entweder umgehend ein kabelloses EKG für vierzehn Tage oder wurden der üblichen Standardversorgung zugeteilt.

00:01:38: Die Studie war damit offen konzipiert.

00:01:41: Bei unselektierten Notaufnahme-Patienten liegt eine kardiale Synkopenursache etwa bei zehn Prozent der Betroffenen vor, in Risikogruppen höher.

00:01:52: Unter den kardialen Ursachen stehen Arrythmin dabei an erster Stelle.

00:01:57: Aspired schloss daher Menschen mit einer ungeklärten Synkope ein.

00:02:02: In diesem Kollektiv ist eine im Vorangegangen EKG nicht erfasste Rhythmusstörung besonders

00:02:09: relevant.".

00:02:10: Die Ergebnisse

00:02:14: Primärer Endpunkt war die selbst berichtete Zahl weiterer synkopaler Ereignisse innerhalb eines Jahres.

00:02:22: Hier zeigte sich jedoch kein statistisch signifikanter Vorteil im Mittel, eins Komma drei sieben Episoden unter frühem Monitoring und Eins Komma fünf acht Unterstandardversorgung.

00:02:37: Interessant wird espired bei den sekundären Endpunkten.

00:02:40: Klinisch bedeutsame Herzrhythmusstörungen wurden mit dem vierzehn Tage EKG bei zweiundzwanzig Prozent detektiert, unter Standardversorgung waren es neun Prozent.

00:02:52: Die Diagnose stand im Median nach zwanzig Anstelle von fünf und fünfzig Tagen fest – auch Therapien wurden häufiger eingeleitet!

00:03:02: Das für mich jedoch auffälligste Signal.

00:03:05: Nach einem Jahr lag die Gesamtmortalität in der Monitoring-Gruppe bei ... und in der Standardversorgungsgruppe bei ... dieser Endpunkt war vorab festgelegt worden, aber nicht primär.

00:03:19: Die Studie war zudem nicht darauf ausgelegt einen Überlebensvorteil sicher nachzuweisen.

00:03:26: Es bleibt damit ein Hinweis mehr dazu unter dem beigefügten Link

00:03:31: Der Blick über den Tellerrand.

00:03:35: Der Blick in die Leitlinien unterstreicht den Ansatz von ESPIRED.

00:03:39: Die Synkopen-Leitlinie der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie von zwei Tausend Achtzehn hat das EKG Monitoring bereits klar verankert.

00:03:50: Für Deutschland wichtig war die bis Januar zweitausendfünfundzwanzig gültige S-Einsleitlinier Synkopen, der deutschen Gesellschaft für Neurologie.

00:04:00: Sie richtete sich auch an die Allgemeinmedizin.

00:04:03: ihre vier Säulen waren Eigen- und Fremdanamnese, körperliche Untersuchung, EKG und ein aktiver Stetest.

00:04:11: Bei Verdacht auf eine rhythmogene Synkope empfahl sie Monitoring zur Symptomrhythmus-Korrelation.

00:04:19: Eine Langzeitableitung bis zu zweiundsiebzig Stunden fand die Ursache jedoch nur selten – längere Ereignisrekorder gewannen daher an Bedeutung.

00:04:29: Espired schließt mit ihrem vierzehntägigen Detektionsintervall an diese.

00:04:35: Die S-Ins Leitlinie ist inzwischen zwar abgelaufen, ihre Neufassung angemeldet.

00:04:45: Die als Kontrollvergleich herangezogene Standardversorgung variierte zwischen den teilnehmenden Kliniken.

00:04:52: der selbstberichtete primäre Endpunkt und das offene Design sind zudem störanfällig.

00:05:00: Was heißt das im Alltag?

00:05:04: Für meinen Praxisalltag nehme ich mit, kommt ein Patient nach ungeklärter Synkope zurück, reicht Anbindung an eine niedergelassene kardiologische Praxis empfohlen im Entlassbrief für mich zukünftig nicht mehr aus.

00:05:18: Ich würde gerne konkret wissen welche Rhythmusdiagnostik folgen soll und wer den Befund auswertet!

00:05:25: Wo EKGs über vierzehn Tage in der Fläche fehlen, erscheint ein Wearable vielleicht verlockend.

00:05:31: Doch Aspired liefert dafür leider keine Grundlage – untersucht wurde ein medizinisch kontinuierliches Monitoring kein Smartwatch!

00:05:41: Aspired hat weitere Blackouts leider nicht verhindern können aber die längere Ableitung konnte relevante Arrythminen schneller sichtbar machen.

00:05:51: Espired steht für mich daher eine veränderte Sicht auf die notwendige Diagnostik nach einem synkopalen

00:06:02: Ereignis.

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